Legionellen

Legionellen sind stäbchenförmige, nicht sporenbildene im Wasser lebende Bakterien. Erstmals nachgewiesen wurden diese im Juli 1976, nachdem bei einem Kongress der American Legion in einem Hotel in Philadelphia, USA, 180 Personen an einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung erkrankten von denen 29 verstarben. Der größte Ausbruch in Deutschland mit 64 infizierten und 5 Toten ereignete sich im Januar 2010 in Ulm. Als Verursacher der Epidemie wurde der Kühlturm eines Blockheizkraftwerkes ermittelt.

Vorkommen

Besonders häufig kommen Legionellen bei einer konstanten Wassertemperatur zwischen 25°C und 50°C vor. In Reichweite des Menschen sind daher besonders Warmwasserzirkulationen von einer übermäßigen Vermehrung betroffen. Kommt dann noch eine hohe Verweildauer des Wassers im Leitungssystem sowie vorhandener Biofilm hinzu, sind optimale Bedingungen für eine rasche Vermehrung und Verbreitung gegeben. Mittlerweile sind mehr als 48 Arten und ca. 70 sogenannte Serogruppen bekannt. Am weitesten verbreitet und für den Menschen als besonders gefährlich gilt dabei die Legionella pneumophila.

Übertragung

Grundsätzlich ist eine Übertragung von Legionellen durch bloßen Kontakt mit kontaminiertem Leistungswasser möglich, aber eher unwahrscheinlich. Selbst das Trinken von von legionellenhaltigem Leitungswasser stellt für gesunde Menschen i.d.R. keine Gefahr dar. Kommt es jedoch zur Einatmung von legionellenhaltigem Wasser in Form eines Aerosols, wie es beispielsweise beim Duschen oder dem Betrieb von Klimaanlagen entsteht, besteht besonders für immungeschwächte Personen ein durchaus nicht unerhebliches Gesundheitsrisiko an einer Legionellose zu erkranken. Insbesonders werden Warmwassersysteme, Klimaanlagen, Luftbefeuchter und andere Aerosol verursachende Anlagen mit der Übertragung von Legionellen in Verbindung gebracht.

Auswirkungen

Wie bereits erwähnt können Legionellen eine Legionelloseerkrankung hervorrufen. Die häufigsten Formen sind dabei die sogenannte Legionärskrankheit sowie das Pontiac-Fieder. 

 

Bei der Legionärskrankheit handelt es sich um eine durch Tröpfcheninfektion verursachte Lungenentzündung (Pneumonie). Besonders bei Personen mit geschwächtem Immunsystem oder bestehenden Herz- und Lungenerkrankungen kann diese Erkrankung einen lebensgefährlichen Verlauf annehmen. Schätzungen gehen hier von einer Sterblichkeitsrate von bis zu 70% aus. Beim Pontiac-Fieber handelt es sich um eine seltenere, aber mildere Verlaufsform der Legionellose ohne Lugenentzündung.

 

Rechtliches

Aufgrund der hohen Letalität sowie weiterer Faktoren besteht nach §7 Infektionsschutzgesetz bei Infektionen durch Legionellen in Deutschland eine Meldepflicht ggü. den Gesundheitsämtern. Bundesweit werden jährlich ca. 400 Fälle gemeldet, wobei die Dunkelziffer deutlich höher beziffert wird.

Nebst dem §37 Infektionsschutzgesetz fordert auch §6 Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2011) „die Freiheit des Trinkwassers von Krankheiterregern“. Weitere Vorschriften und Handlungsempfehlungen finden sich u.a. im DVGW-Arbeitsblatt W551. Laut diesem gilt Trinkwasser bereits ab einem Wert von 100KbE/100ml (koloniebildende Einheiten) als kontaminiert. Bei Werten über 10000KbE/100ml fordert das Arbeitsblatt sofortige Maßnahmen wie eine Desinfektion des Leitungsnetzes, der Verhängung eines Duschverbots (z.B. in Sporthallen) und andere Gegenmaßnahmen. Zudem haben die Gesundheitsämter u.a. die Handlungsbefugnis Gebäude vorübergehend zu schließen.

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